Allrounder

Donnerstag, 16. Mai 2013

Allrounder: So einen Suchen Sie? Ja - genau Sie !! Ruf an! Klick an! Mail an!

Allrounder, Generalist, Problemlöser und seit 1996 Internetexperte - Verkauf, Onlinemarketing, Gestaltung, Blogger, Kommunikationstalent, Hohes Allgmeinwissen.

Phone: 0531- 29565079
Handy: 0162- 8169507

Kompetenz und klares Hochdeutsch in der Stimme. Jahrelange Erfahrungen in Kundenfindung- und Bindung. B2b Experte. Inbound und Outbound. Sympathieträger, Türöffner.

Einsatz atemberaubend und nicht nur Online im Blut.

Was macht eigentlich ein Allrounder?


Allrounder brauchen Talent für alles und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Der Bedarf an Mitarbeitern, die vieles können, ist vor allem bei kleineren und mittleren Unternehmen groß.

Alle Welt spezialisiert sich, die Berufsbezeichnungen sprengen schon die Vier-Wort-Grenze. Doch jetzt heißt es aufatmen: Es gibt noch ökologische Nischen für Menschen, die sich dem Schubladendenken, dem Tunnelblick und Fachidiotentum verweigert haben und ihr Wissen und ihre Fähigkeiten konsequent in alle Richtungen ausgebaut haben. Hin und wieder muss doch der gute alte Allrounder, sprich Alleskönner, ran.

Talent für alles

Allrounder gibt es in jeder Branche, ihr Trumpf ist die Vielseitigkeit. "Je mehr Personalressourcen abgebaut werden, desto stärker ist der Wunsch nach Mitarbeitern, die vieles können. Besonders kleinere oder mittlere Unternehmen sind an Allroundern interessiert", meint Marianne Simeth vom Arbeitsamt Nürnberg. Chancen haben sie jedoch vor allem in Vertriebs- und Serviceberufen, wo es weniger auf eine fundierte Ausbildung ankommt als auf das Talent für die jeweilige Aufgabe. Die Zeitarbeitsfirma Bindan beispielsweise sucht für ihre neue Geschäftsstelle in München schlicht und einfach jemanden, der den Laden schmeißt - Personal einstellt, den richtigen Mitarbeiter zur richtigen Zeit an die richtige Arbeitsstelle beordert, Kunden findet und betreut, Angebote erstellt und Verträge schließt. "Die Bezeichnung Allrounder trifft den Nagel auf den Kopf, weil die Tätigkeit sehr vielseitig ist. Es hat sich gezeigt, dass sich von der Anzeige auch wirklich Leute angesprochen fühlten, die ein Talent für alles haben", meint Liane Merbeck von Bindan. Einen kaufmännischen Hintergrund und Erfahrung in Dienstleistungsbranche, Vertrieb oder Personalwesen sollte ihr Traumkandidat jedoch schon vorweisen können, und ein BWL-Studium wäre auch nicht von Nachteil. Doch das, was letztendlich zählt, ist, wie gut sich einer verkauft: "Wenn er erfolgswillig ist, braucht er kein Studium." Kein Wunder, dass bei den Lebensläufen der Bewerber einer bunter ist als der andere.
Wo es keine geregelte Ausbildung gibt, kommen die anderen Eigenschaften zum Zuge: Ein optimaler Allrounder denkt unternehmerisch und handelt selbständig. Er sollte Menschen führen können und Verantwortung tragen können, denn nicht selten steht er für das Ergebnis, die (hoffentlich) schwarze Zahl, gerade. "Viele Leute, die sich die Aufgaben an sich zutrauen, bekommen Angst vor der eigenen Courage, wenn sie merken, wie viel Verantwortung das bedeutet", weiß Liane Merbeck zu berichten. Kundenbesuche gehören in dieser Branche dazu, doch ein reiner Vertriebsjob ist es nicht, den größten Teil seiner Woche verbringt er in der heimischen Geschäftsstelle, von der aus er zwischen 50 und 150 Zeitarbeiter betreut.
Wenn der Allrounder überzeugt, sind die Aufstiegschancen gut. Doch der Preis dafür ist, dass er sich in seinem Job stark engagiert; er wird nicht dafür bezahlt, dass er auf die Uhr schaut.
Auch den Ruf nach einem Mitarbeiter, der zwar nicht alles, aber eigentlich nichts Bestimmtes kann, wird auf dem Arbeitsmarkt zuweilen laut. Meist dann, wenn die Aufgabe so spezialisiert, ausgefallen oder selten ist, dass es dafür nicht einmal einen passenden Spezialisten gibt. Einen "Generalist", also jemanden, der sich auch in Dinge einarbeiten kann, von denen er vor der Lektüre der entsprechenden Stellenanzeige noch nie etwas gehört hat. 

Salzgitter bleibt in roten Zahlen stecken

15 Mio. Verlust im ersten Quartal - Stahlkrise in Europa hält an
Salzgitter: auch die Niedersachsen müssen sparen (Foto: salzgitter-ag.de)

 Salzgitter (pte/15.05.2013/13:35) Der Stahlkonzern Salzgitter http://www.salzgitter-ag.de mit seinen über 25.000 Beschäftigten verliert weiterhin Geld. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres hat der Verlust 16,6 Mio. Euro betragen. Die Geschäftsentwicklung sei unter dem Eindruck anhaltend ungünstiger konjunktureller Rahmenbedingungen in Europa gestanden. "Die Belebung der Stahlnachfrage zu Jahresbeginn erwies sich als nicht nachhaltig", heißt es heute, Mittwoch, vonseiten des Vorstandes. "Die erneut einsetzende Schwäche der Absatzpreise konnte von der zögerlicher verlaufenden Ermäßigung der Rohstoffkosten nicht kompensiert werden."

Schlechte Auftragslage macht Probleme
 
Die europaweite Stahlkrise setzt dem Unternehmen aus Niedersachsen gehörig zu. Im Auftaktquartal des Vorjahres war der Verlust mit 15,5 Mio. Euro ähnlich hoch wie in diesem Jahr. Das Management will mit einem Sparprogramm auf die schlechte Lage antworten. Die alte Prognose hat Salzgitter vor kurzem kassiert und eine Gewinnwarnung ausgerufen. Ursprünglich rechnete man in der Chefetage mit einem Vorsteuergewinn im niedrigen zweistelligen Millionenbereich, doch nun wird ein Verlust vor Steuern im mittleren zweistelligen Bereich erwartet. Der Umsatz soll stabil bleiben.
Im ersten Quartal ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 2,4 Mrd. Euro geschrumpft. In den Auftragsbüchern wäre durchaus noch Platz für neue Bestellungen, die Nachfrage gestaltet sich allerdings schleppend. Den Verlust vor Steuern konnte Salzgitter zum Jahresbeginn um vier Mio. Euro auf 15,8 Mio. Euro mildern. Von den eigenen Ansprüchen ist man damit noch weit entfernt. Bei Redaktionsschluss dieser Meldung (13:17 Uhr) notiert das Salzgitter-Papier mit einem Minus von 0,58 Prozent bei 31,72 Euro.

ThyssenKrupp streicht Verwaltung zusammen
 
Salzgitter ist jedoch nicht der einzige Player am Stahlmarkt, der mit hohem Wellengang zu kämpfen hat. Wie heute bekannt wurde, streicht ThyssenKrupp http://thyssenkrupp.com 3.000 Stellen in der Verwaltung, das ist jeder fünfte Arbeitsplatz in diesem Bereich. Der Stahlriese erwartet, in den kommenden drei Jahren 250 Mio. Euro einsparen zu können. Im ersten Halbjahr des verschobenen Geschäftsjahres 2012/2013 hat der Fehlbetrag ganze 822 Mio. Euro betragen. Hauptgrund dafür sind massive Abschreibungen in der Höhe von 683 Mio. Euro auf Stahlwerke in Übersee (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20130502018 ).
Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Sebastian Köberl
E-Mail: koeberl@pressetext.com
Tel.: +43-1-81140-314
Website: www.pressetext.com 

Mittwoch, 15. Mai 2013

Wie werde ich..? Polizisten müssen teamfähig sein

Berlin (RPO). Unfallflucht, Mord oder Betrug: Polizisten sind zur Stelle, wenn Unrecht geschieht. Wer als Vertreter des Staats für Recht und Ordnung sorgen will, muss belastbar und körperlich fit sein. Ein abwechslungsreicher Arbeitsalltag ist in dem Job garantiert.

Foto: dpa, krk

Zwei Ladendiebstähle und ein Verkehrsunfall: Für Polizeikommissarin Anna Hartmann war es ein ruhiger Tag. Die 24-Jährige hatte die Frühschicht von 5.45 bis 12.15 Uhr. Gemeinsam mit ihrem Partner war sie wie jeden Tag auf dem Polizeiabschnitt 36 zwischen Gottsched- und Kühnemannstraße im Berliner Stadtteil Wedding unterwegs. "In den Zeiten zwischen Einsätzen streift man im Viertel herum und beobachtet den Straßenverkehr", erzählt sie. Hartmann ist bei der Schutzpolizei in Berlin. Seit zwei Jahren arbeitet sie in dem Abschnitt, in dem rund 20 000 Einwohner wohnen und der als Problembezirk gilt. Häufige Delikte sind häusliche Gewalt, Wohnungseinbrüche, Diebstähle und Schlägereien. "Jeder Tag kann gefährlich sein", sagt sie. Am Körper trägt sie auch an einem ruhigen Tag wie diesem eine schutzsichere Weste, Handschellen, Schlagstock, Tränengas und eine geladene Dienstwaffe.

Wohnungen durchsuchen, Menschen verhaften oder Telefondaten auswerten: Polizisten haben weitreichende Befugnisse. Im Auftrag des Staats sorgen sie für Sicherheit und Ordnung auf den Straßen. Immer wieder stehen sie in der Kritik, weil sie etwa zu hart durchgreifen oder - genau andersherum - Kriminelle zu lasch behandeln. Doch ein Blick in die Nachrichten zeigt, wie sehr sie zur Verbrechensbekämpfung gebraucht werden. Zur Polizei kann aber längst nicht jeder. Bewerber müssen ein mehrstufiges Auswahlverfahren bestehen. "Zu den formalen Einstellungsvoraussetzungen gehört zunächst einmal, dass Frauen mindestens 1,60 Meter und Männer 1,65 Meter groß sein müssen", sagt Katja Sievert, zuständig für Werbung und Einstellung bei der Berliner Polizei. Ein Ausschlussgrund sind Vorstrafen sowie ein schlechter Leumund. Tabu sind grundsätzlich Tattoos, die im Sommer sichtbar sind.

Die weiteren Einstellungskriterien hängen von der Laufbahn und vom Bundesland ab. Sie können in Hamburg etwas anders sein als in Bayern, da Polizeiarbeit grundsätzlich Ländersache ist. Neben den Ländern bildet auch die Bundespolizei aus. "Für eine Bewerbung für den mittleren Dienst reicht in Berlin der erweiterte Hauptschulabschluss.
Bewerber müssen mindestens 16 Jahre alt sein", so Sievert. Die Ausbildung dauert zweieinhalb Jahre, anschließend steigen die fertig ausgebildeten Polizeibeamten als Polizeimeister ein. Während der Ausbildung liegt die Vergütung in Berlin bei Ledigen bei rund 860 Euro brutto pro Monat. Nach der Ausbildung sind es bei Berufsanfängern 1932 Euro.

Für den gehobenen Dienst brauchen Bewerber mindestens die Fachhochschulreife. In Berlin müssen sie sich bereits bei der Bewerbung entscheiden, ob sie zur Kriminalpolizei oder - wie Hartmann - zur Schutzpolizei möchten. Die Ausbildung erfolgt im Rahmen eines dreijährigen Bachelor-Studiums an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Berufsanfänger steigen dann als Kommissare ein und übernehmen auch erste Führungsaufgaben. Im gehobenen Dienst liegt die Ausbildungsvergütung in Berlin bei Ledigen bei rund 914 Euro. Nach der Ausbildung sind es bei Berufsanfängern 2226 Euro. Darüber hinaus gibt es noch den höheren Dienst. "Dieser Laufbahn gehört die obere und oberste Führungsebene der Polizei an", sagt Sievert. Für Schulabgänger ist sie jedoch erst einmal nicht interessant. Bewerber brauchen mindestens ein abgeschlossenes Hochschulstudium.

Anna Hartmann bewarb sich nach dem Abi für den gehobenen Dienst.
Die Polizei warb damals mit einer Plakatkampagne in der ganzen Stadt um Fachkräfte, so kam sie auf die Idee. "Ich fand toll, dass ich so viel mit Menschen zu tun habe und die Polizei ein sicherer Arbeitgeber ist", sagt sie. Bis sie den Ausbildungsplatz hatte, musste sie aber einen Intelligenztest, eine Sportleistungsprüfung, ein Einzelinterview und eine polizeiärztliche Untersuchung überstehen. Während der Ausbildung wechseln sich Praxisphasen und Unterricht in der Polizeischule oder an der Hochschule ab, so die Bundesagentur für Arbeit. Auf dem Stundenplan stehen Fächer wie Kriminalistik, Polizei- und Ordnungsrecht oder politische Bildung. Dazu müssen Schulabgänger Schießtrainings und Fahrsicherheitstrainings bestehen. "Das Schöne an dem Beruf ist die Teamarbeit", sagt Hartmann. Auf Streife ist sie immer zusammen mit einem Kollegen unterwegs. Außerdem macht ihr der ständige Kontakt mit Menschen Spaß.

Doch der Beruf hat auch seine Schattenseiten. Nach zwei Jahren im Dienst hat sie zwar ihre Dienstwaffe noch nie gebraucht - und bisher ist sie in unangenehmen Situationen auch immer mit ein paar blauen Flecken davon gekommen. Doch der Beruf ist gefährlich. "Natürlich kann immer etwas passieren", sagt sie. Dazu zehre der Schichtdienst. Leichen hat sie inzwischen schon mehrere gesehen. "Das ist aber nicht so schlimm", sagt sie. Die Menschen seien ja schon tot und könnten nichts mehr spüren. Näher gingen ihr Fälle etwa von Alkoholkranken oder psychisch auffälligen Personen aus ihrem Bezirk, die die Polizei immer wieder aufgreift, weil sie im Rausch randalieren oder Nachbarn und Passanten beleidigen. Die Polizei bringt sie dann ins Krankenhaus, aber ein paar Wochen später sitzen sie unter Umständen wieder bei ihr im Streifenwagen. "Das sind häufig Menschen, um die sich überhaupt keiner kümmert. Da fragt man sich viel eher: Wie kann denn das passieren?"
Quelle: dpa rp-online

Sonntag, 12. Mai 2013

Personalprobleme in der Kirche: Priester zu Managern

Die katholische Kirche ist im deutschsprachigen Raum einer der größten Arbeitgeber. Aber sie hat ein Problem: Sie findet kaum Personal. Es mangelt vor allem an Priestern. Wer übrig bleibt, muss sich oft um viele Gemeinden kümmern. Das überfordert viele.

Arbeit und Glaube oder 'Glaube Arbeit? Bild: Archiv DER Allrounder
Florian Rein ist ein kluger, gutaussehender junger Mann. Vermutlich hätte er kein Problem damit, eine Freundin zu finden, mit der er eine Familie gründen kann. Obwohl er das schön fände - führen wird er so ein Leben nie. Weil ihm das eines Religionslehrers nicht reichte. Vor drei Jahren bewarb er sich deshalb am Priesterseminar in Regensburg, mittlerweile studiert er im sechsten Semester und ist davon überzeugt, dass es die richtige Wahl war. Der 22-Jährige hat sich von den Einschränkungen, die der Beruf mit sich bringt, nicht abschrecken lassen und sich sogar auf dem Krisen-Höhepunkt der katholischen Kirche für eine Laufbahn als Priester entschieden.

Der Zölibat ist eine der umstrittensten Regeln der Kirche, weil er die Priester zur Ehelosigkeit zwingt. Zudem treibe er Priester systematisch in die Einsamkeit und befördere fragwürdige Motive bei der Entscheidung für einen Priesterberuf - etwa, wenn jemand pädophil oder homosexuell ist und sich darum in den Zölibat „flüchtet“. Und nicht zuletzt bricht ihn nach Schätzungen jeder zweite Priester. Dass die Kirche dennoch daran und am Ausschluss von Frauen im Priesterberuf festhält, schädigt ihr Image und ihre Attraktivität als Arbeitgeber beträchtlich.

Ein ganzes Dutzend Studenten in einem Seminar für hundert

Dort, wo Florian gerade ein Auslandsjahr verbringt, werden die Nachwuchssorgen der katholischen Kirche besonders deutlich. Das Priesterseminar St. Beat des Bistums Basel in Luzern wurde 1971 als Ort der geistlichen Ausbildung zur Einführung in den kirchlichen Dienst für zukünftige Priester, Pastoralassistenten und Religionspädagogen erbaut. Stolz thront der klotzige Sichtbetonbau oberhalb der Hofkirche. Das Seminar bietet genug Platz für 100 Seminaristen, verfügt sogar über eine eigene Bibliothek. Für den Panoramablick von der Dachterrasse über die Stadt und den Vierwaldstättersee kann man die Bewohner beneiden. Einzig: Es gibt kaum noch jemanden, den man hier beneiden kann. Kein ganzes Dutzend Studierende, eine sehr kleine und betagte Schwesterngemeinschaft, ein paar Geistliche - und gerade noch drei Priesteranwärter. Im täglichen Gottesdienst in der hauseigenen Kapelle ist mit viel Glück die erste Reihe besetzt, bei den gemeinsamen Mahlzeiten im großzügigen Speisesaal dampfen auf zwei, vielleicht drei der Tische die Teller.

Pfarreien werden zusammengelegt

Als Spiritual Leo Rüedi, geistlicher Begleiter für Priesteranwärter, seine eigene Ausbildung absolvierte, waren sie noch rund 60 Seminaristen. So viele Anwärter haben heute gerade noch die größten Priesterseminare im deutschsprachigen Raum. In Deutschland ließen sich 1962 noch 557 Priester in Deutschland weihen – 2010 waren es gerade einmal 81.
Viel hat sich an der Ausbildung und dem Berufsleben der Priester geändert, seit Rüedi Anwärter war. Die jetzige Generation frage wieder stärker nach Sicherheit, wesentliche Elemente von Gemeinschaft und Spiritualität findet sie in der Ausbildung und in der  Kirche nicht mehr ohne weiteres. Und auch Priesteramtskandidaten  spüren den Druck der Credit Points. Die Kirche, findet Rüedi, brauche wieder mehr Visionen. Von der Aufbruchsstimmung nach dem Zweiten Vaticanum sei heute nicht mehr viel zu sehen. Dass Priester wie früher selbstverständlich Religionsunterricht geben, die feste Verwurzelung in einem Ort mit einer überschaubaren Gemeinde – für die meisten Priester ist das zum Wunschtraum geworden. Wegen des Priestermangels werden Pfarreien zusammengelegt, Pfarrverbände gewinnen an Bedeutung.

Schon seit einigen Jahrzehnten fördert die Kirche darum die Ausbildung von Laientheologen. Für das Amt des Pastoralreferenten braucht man einen universitären Abschluss in Theologie, für das des Gemeindereferenten reicht ein Fachhochschulstudium in Religionspädagogik. Beide Ämter dürfen auch von Frauen ausgeübt werden, eine Weihe ist nicht notwendig. Weil aber Pastoralreferenten und Gemeindereferenten - zumindest in Deutschland - keine Gemeinden leiten dürfen, wird der Priester mit den vielen Pfarrgemeinden zum Manager. Nicht wenige Seelsorger sind damit schlicht überfordert, Mitarbeiter aus Kirchenkreisen berichten von ausgebrannten Geistlichen. In Österreich kämpft eine Pfarrer-Initiative offen gegen die prekären Zustände, in Deutschland baut sich die Bewegung erst zaghaft auf. Unterstützung für die überforderten Seelsorger fehlt weitgehend.

Die katholische Kirche ist einer der größten Arbeitgeber in Deutschland. Hauptamtlich beschäftigt sie rund 650.000 Menschen, davon rund 150.000 bei der verfassten Kirche, über 500.000 sind für die Caritas tätig. Ehrenamtlich engagieren sich nach Schätzungen rund 600.000 Menschen für die katholische Kirche. Aber auch nichtgeistliche Mitarbeiter sind zunehmend frustriert von den erschwerten Arbeitsbedingungen. Im vergangenen Jahr sorgte außerdem der Fall einer verheirateten Leiterin eines katholischen Kindergartens, die mit einem neuen Lebensgefährten zusammengezogen war, für Aufsehen. Der zuständige Pfarrer kündigte ihr daraufhin, was zum Streit in der Gemeinde führte, bis diese sich schließlich gezwungen sah, der Kirche die Trägerschaft zu entziehen. Dass ein Arbeitgeber einer Mitarbeiterin überhaupt aus derart persönlichen Gründen kündigen kann, liegt am kircheneigenen Arbeitsrecht - ein altes Privileg. Die Kirche darf ihre Mitarbeiter darauf verpflichten, sich der christlichen Lehre gegenüber loyal zu verhalten.

Die katholische Kirche bemüht sich mittlerweile, ihre Vorzüge als Arbeitgeber publik zu machen und Marketing für die Berufe in der Kirche zu betreiben. In Deutschland hat jedes Bistum eine extra Stelle dafür geschaffen, in der Schweiz startet gerade ein Projekt, das die Vielfalt der Berufsbilder der katholischen Kirche bekanntmachen und für positive Signale an der Basis sorgen soll. „Dienst für Gott und Dienst am Menschen“, das, findet die Kirche, kann auch heutzutage noch junge Menschen begeistern. Mittlerweile zieht sie insbesondere unter den Priesteramtskandidaten nicht nur Jüngere an. Sogenannte Spätberufene sind in den Priesterseminaren nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Neben Florian Rein studieren Philipp Ottiger und Andreas Stüdli in St. Beat. Ottiger ist 30 Jahre alt, Stüdli sogar schon 45.

Glaube statt Laserspektroskopie

Die Idee, Priester zu werden, kam Ottiger über Nacht. Erst erschien es ihm abwegig, schließlich steckte der Chemiestudent mitten in seiner Promotion. Er fing an, viel in diese Richtung zu lesen. „Ich dachte, das vergeht wieder“, erzählt Ottiger in seinem sympathischen Schweizer Singsang. Er lacht viel, Ottiger empfindet sich als sehr glücklichen Menschen, nie habe es ihm an etwas gefehlt. Aber im Glauben entdeckte er mehr für sich als in seiner Doktorarbeit über Laserspektroskopie. Nach dem Abschluss begann er ein Einführungsjahr, das Interessierten als Selbsttest dienen soll und der Kirche die Möglichkeit gibt, ihre künftigen Hirten auch psychisch genau zu beobachten. Durch diese Orientierungshilfe, aber auch durch die Altersverschiebung unter den Priesteranwärtern gäbe es weniger Abbrüche, meint Spiritual Rüedi. Wer direkt nach dem Schulabschluss ins Priesterseminar eintrete, habe oft eine sehr diffuse Vorstellung von Theologie.

Seine Lebenserfahrung biete ihm vor allem Vergleichsmöglichkeiten, bestätigt Andreas Stüdli. Er hatte schon viele Jahre und viele Berufe hinter sich, als er durch einen Kirchenchor die katholische Liturgie kennenlernte. Das gefällt mir, hier fühle ich mich daheim, dachte sich Stüdli. Aber erst ein paar Jahre später nach einer Wallfahrt war er sich sicher, ließ sich 2010 firmen und zog ins Priesterseminar. „Wie kannst du nur – ausgerechnet jetzt, in dieser Zeit?“, das hat sich Stüdli von Eltern und Freundeskreis oft anhören müssen. Aber er war sich sicher. Den Bachelor schaffte er in nur zwei Jahren – inklusive Greacum und Hebraecum. Jetzt studiert er nebenher noch Kirchenmusik mit dem Hauptfach Orgel und konzentriert sich voll auf seinen Wunsch: Priester werden. Auch das Zölibat stellt für ihn kein Hindernis dar. Die Beziehungserfahrung, die er mit seinen 45 Jahren bereits habe, mache das erst möglich.

Quelle FAZ

Samstag, 11. Mai 2013

Chef Prügel angedroht - Abfindung kassiert

Schlechte Nachrichten für Choleriker: Wer den Chef mit drastischen Worten angreift und ihm gar Prügel androht, muss damit rechnen, fristlos gekündigt zu werden. Selbst wenn der Krakeeler schon 25 Jahre im Dienst ist, schützt ihn das nicht vor dem Rauswurf. Das entschied das Arbeitsgericht Mönchengladbach im Fall eines Straßenarbeiters (Az.: 6 Ca 1749/12). Vor dem Landesarbeitsgericht in Düsseldorf setzte der Mann aber jetzt trotzdem eine Abfindung in Höhe von 3000 Euro durch.

Gegenüber dem Boss ausfällig werden? Das kann den Job kosten (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

"Ich hau dir vor die Fresse"

Der Mann war seit dem Jahr 1987 bei der Stadt Mönchengladbach beschäftigt. Er hatte bei Straßenarbeiten seinen unmittelbaren Vorgesetzten angefahren: "Ich hau dir vor die Fresse, ich nehme es in Kauf, nach einer Schlägerei gekündigt zu werden, der kriegt von mir eine Schönheitsoperation, wenn ich dann die Kündigung kriege, ist mir das egal."

Rauswurf gerechtfertigt

Die verbale Attacke geschah im Beisein eines weiteren Mitarbeiters, die Stadt präsentierte dem Randalierer die fristlose Kündigung. Zu Recht, wie die Richter befanden. Der Gekündigte habe die Führungskraft "in strafrechtlich relevanter Art und Weise bedroht".

Provokation nicht nachgewiesen

Außerdem sei er ungefähr ein Jahr zuvor wegen Bedrohung seines damaligen Chefs schon einmal wegen einer ähnlichen Beschimpfung abgemahnt worden. Der Straßenarbeiter hatte zwar behauptet, er sei von seinem Vorgesetzten massiv provoziert worden, konnte das dem Gericht zufolge aber nicht beweisen.

Mitarbeiter hat vertragliche Rücksichtnahmepflicht

Generell gilt: Wer den Chef oder Arbeitskollegen grob beleidigt und deren Ansehen in der Öffentlichkeit schädigt, riskiert eine außerordentliche oder auch normale Kündigung, sagt Kati Kunze von der Berliner Kanzlei Steinkühler. In diesem Fall verstoße der Mitarbeiter nämlich gegen seine vertragliche Rücksichtnahmepflicht gemäß § 241 Abs. 2 BGB.

Keine starren Grenzen

Zwar darf ein Angestellter der Fachanwältin zufolge den Chef in der Firma und öffentlich kritisieren. Der aber muss keine unsachlichen Angriffe hinnehmen, die ihn öffentlich diffamieren. Entscheidend sei die damit verbundene Störung des Vertragsverhältnisses, so Kati Kunze. Exakte Grenzen, was sich ein Mitarbeiter herausnehmen dürfe und wann eine Kündigung gerechtfertigt sei, gebe es allerdings nicht. Im Einzelfall prüfen demnach die Richter, ob den verbalen Querschläger nicht auch eine Abmahnung zur Besinnung bringt.